Tag Archives: open mike

Hipsters of Neukölln unite and take over

Frage im Foyer: „Das ist alles auf deutsch, oder?!“ „Ja.“

Pausengetuschel #2

Gelöstere Stimmung nach dem zweiten Lesungsblock, bei dem das erste Mal Lacher im Publikum zu verzeichnen waren. Zwischen Hysterie und Ermüdung: Die Stimmen widersprechen sich stark; hat ein Teil des Publikums schon vorzeitig den zweiten Leseblock verlassen, brummt der Bienenstock nun umso stärker: Die Autoren aus Hildesheim, vom Fanblock frenetisch bejubelt, hinterlassen im Nachhinein nur […]

Janin Wölke: „Gedichte“

    Lassen wir’s hier einmal o-tönen. Autorin Janin Wölke und Lektorin Julia Graf im Wechsel: weil man hier geboren wurde/muss man diese stadt verstehen / ihr immer den schorf abkratzen/in die wunden ficken / oder nach hause fahren/und / still sein Hier behauptet sich ein lyrisches Ich in einer harten Welt. Eine mutige Stimme, die […]

Christian Schulteisz: „satt“

Schau, dein Schrank ist schon eingeräumt, übersichtlich, stimmts? Marcel, der Protagonist in „satt“, ist alles andere als übersichtlich. Er ist stark übergewichtig, aber nicht nur den eigenen Körper, sondern auch sein Leben überblickt er nicht. Es ist von seiner Mutter maßgeschneidert. Sie versorgt ihn mit Essen, aber nicht mit Töpfen, damit er nicht selbst kocht, […]

Maren Kames: „Halb Taube halb Pfau“

„Ich höre“, sagt das lyrische Ich: Tau von den Simsen, den Flusslauf vor dem Haus der Eltern, „das kleine Geräusch das deine / Zunge beim Aufwachen in der Mundhöhle / macht“. Atmosphärische Kindheitserinnerungen – und darin eingeschlossen, ganz nebenbei, ein kleines Familiendrama: Ich höre unsere Mutter unseren / Großvater füttern er ist vier und ballt […]

Zwischenmeldung vom Büchertisch

Die Buchhandlung Hugendubel meldet gute Verkäufe, besonders für die Lyriktitel der gestrigen Abendveranstaltung Der Open Mike und die Folgen. Das freut!

Jens Eisel: „Glück“

„Samir wettet“, und zwar auf alles: „Boxkämpfe, Pferderennen und Fußballspiele“. Er ist ein Grund- und Heimatloser – ein Kriegsflüchtling, der Sarajevo noch nicht vergessen und in Hamburg noch nicht Fuß gefasst hat. Ein Hund, Fallen Angel, gewinnt ihm (wohl) die Rückfahrt nach Bosnien, zu seiner Frau, die ihn verlassen hat. Die realistische Erzählung ist schlicht, genau […]

Helge Halling: „Shola und Tristan“

„Ich hab ihn wieder gefunden.“ Den Jungen, den sie gut findet, “der so geeignet wirkte”: Shola macht sich ran an Tristan, der in seiner mittelschichtigen Normalität verheißungsvoll ist für die Misshandelte, Beziehungsunfähige, Sichschneidende. Natürlich geht das vorerst schief, Tristan, der in Gedanken die Welt verändert (Revolution! Ché, Baader, Ensslin!), will lieber doch nicht „auf dieses […]