VORGESTELLT, ABER SELBST NOCH NICHT GELESEN: mikrotext, FRÜHJAHR 2014

Noch kamen wir nicht dazu, all die Bücher zu lesen, die gerade um uns herum erscheinen. Trotzdem wollen wir Euch in den nächsten Tagen einige vorstellen, von denen wir denken, sie sind gut, interessant und es wert, dass wir sie alle lesen. Wir verlassen uns dabei ganz auf unseren Instinkt und die Verlagsprosa. Heute: mikrotext

 

Stefanie Sargnagel
In der Zukunft sind wir alle tot. Neue Callcenter-Monologe

Repetitive Dinnershows im Fernsehen, Sexträume mit Familienmitgliedern, Bier, Kippen und der absurde Alltag einer Callcentermitarbeiterin: Die Facebookposts der Wiener Kult-Autorin Stefanie Sargnagel lassen nichts aus. Und sind so schmutzigschön wie das Leben selbst.
Inhalt
Ungeschminkt, derb, aber immer sehr alltagsweise schreibt Stefanie Sargnagel seit sechs Jahren über das einfache Leben. Facebook hat für die Wiener Autorin und Künstlerin das Bloggen ersetzt, das ihr nicht mehr anonym genug war. In Wien hat sie bereits Kult-Status erreicht, denn ihre Statusmeldungen überschreiten ständig Geschmacksgrenzen. Die Wiener Zeitung lobte, wie sie inklusive Fäkalhumor und Versagensexhibitionismus die aktuelle Leistungsgesellschaft konterkariere. „Mein Lebensstil erschließt sich halt aus einer Mischung aus Unfähigkeit, Unentschlossenheit, Gleichgültigkeit und Verweigerung, ich bin die personifizierte Wohlstandsverwahrlosung“, schrieb sie in einem Vice-Artikel.

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Jan Fischer (Hg.)
Irgendwas mit Schreiben. Diplomautoren im Beruf

Sie waren Youtube-Sternchen, Vorband, Museumswärter oder Messeköchin. Sie sind Arztsohn, Volontärin, Comedy-Duo oder Mutter. Über den wahren Berufseinstieg von gelernten Autoren.

Mit Beiträgen von Jan Fischer, Florian Kessler, Thomas Klupp, Jan Kuhlbrodt, Stefan Mesch, Alexandra Müller, N.N., Sina Ness, Johannes Schneider, Martin Spieß, Tilman Strasser, Lino Wirag, Mirko Wenig. Mit einem Vorwort über die literarische Lebenskunst von der Hildesheimer Kulturwissenschaftlerin Jacqueline Moschkau.

„Spannend, witzig und aufschlusreich.” (Kubiwahn)

„Bildet eine Seite ab, die sonst in der öffentlichen Wahrnehmung von Schreibschulen untergeht, ein interessanter Ansatz.” (Jörn Dege, Mitschnitt der Debatte im DLL im Litradio)

Inhalt
Ein Ruck geht seit Januar 2014 durch das deutschsprachige Feuilleton: Rezensenten, Autoren, Betriebler diskutieren über den in der ZEIT veröffentlichten Essay von Florian Kessler „Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn”. Darin prangert Kessler die Stromlinienförmigkeit der aktuellen Literatur an und findet dafür er einen provokanten Begriff: Speck Lit.
Sein Text war, das erwähnte kaum einer der Debattentexte, im Auftrag dieser Anthologie entstanden, die in einem breiteren Kontext auf die Biographien und Arbeitsstrategien von Schreibschulabsolventen schaut. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Was wird eigentlich aus denen, die an den deutschen Schreibschulen in Hildesheim und Leipzig studieren? Denjenigen, die nicht als Debütanten hochgelobt werden. Denjenigen, die danach oft auch wieder fallen gelassen werden? Wie finden sie einen Berufseinstieg? Mit welchen Hürden und Vorurteilen müssen sie umgehen lernen? Wo werden Schreibende und Schreibenkönnende heute überhaupt noch gebraucht? Eine Aufwertung und Aufklärung zum deutschsprachigen Literaturbetrieb, wie er abseits der Großfeuilletons stattfindet. Denn: Diplomautoren sind überall.

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