Tom Schulz: aus der open poems-Werkstatt

Die Lyrik-Werkstatt open poems, die ich das Vergnügen hatte drei Jahre zu leiten, hat gerade ihre achte Saison beendet.

openpoems

Momentaufnahmen aus der Werkstatt, © gezett.de

Was bleibt zu resümieren? Dass ein klappernder Endreim noch kein gutes Gedicht macht? Das wussten wir schon vorher, wird jetzt manch einer sagen, aber tatsächlich kommt es in jedem Jahr zu einer ähnlichen Situation, dass der eine oder andere daher kommt, der seinen Goethe oder Ringelnatz gelesen hat und prompt munter drauf los reimt. Da trifft sich Schmerz und Herz, und klein und rein. Immerhin: ein Anfang ist gemacht. Eine zweite Fraktion, die es auch in jedem Jahr gibt, ist dafür in der Postmoderne angekommen und wagt sich vor. Es kommen Fragen auf: Was ist das, ein zeitgenössisches Gedicht, geschweige denn ein gelungenes Gedicht?

Zum Glück gibt es auch hierfür keine einhellige Antwort. Es gibt Möglichkeiten. Und so geschieht es, dass manch einer einen neuen Ansatz für das Gedicht wagt und staunt. Nach gut einem Monat des Kennenlernens hat sich die Situation entspannt und wie heißt es treffend: „Spaß muss es machen, sonst macht´s keinen Spaß!“

open poems heißt auch zusammen schreiben und entgegen denken, ins Gespräch kommen, den Horizont erweitern, Ansprüche formulieren. Ein Angebot, das in den letzten acht Jahren dutzende junge Schreibende genutzt haben. Auch mit Erfolg, aber vor allem mit Begeisterung und Interesse an neuen Formen und Schreibweisen.

So bleibt vieles Experiment, und es kommt weniger auf die Ergebnisse an als auf das Entdecken, als darauf etwas herauszufinden über Sprache und Welt. Natürlich wachsen die großen Begabungen nicht auf Bäumen, doch Talent entwickelt sich.

Bliebe zum Abschluss noch die Frage nach der Kritik, der Kritikfähigkeit, die es braucht, die das Gedicht braucht, und manch einen verschreckt hat. Schließlich ist open poems kein Kaffeekränzchen. Es werden Erwartungen enttäuscht und übertroffen. It´s up to you!

Tom Schulz, im April 2014

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