Jonathan A. Rose: „Mann“

Unbedingt ein Mann werden zu wollen, wenn man in einem Frauenkörper steckt, erfordert Rechtfertigung vor Psychologen. Und eine möglichst glaubwürdige Performance, soll die Krankenkassen die Kosten für eine Geschlechtsumwandlung übernehmen. Jonathan A. Rose hat das Protokoll einer Mannwerdung zum Wettbewerb eingereicht – und dengelt derart an der Grenze von Tagebuch und Literatur herum, dass sein Text bei mir nicht viel mehr als einen Reflex auslöst, welcher das Wissen um die Nicht-Identität von Autor und Erzähler aushebelt: den Autorennamen googeln zu wollen, weil er vielleicht auch einmal eine Frau war. „Der Text fügt der binären Logik von Identität einen sehr wunden Schnitt zu“, sagt Lektor Christian Ruzicska. Aber er, also der Text, denkt diese Logik nicht im Ansatz anders, trotz der eingestreuten Randzweifel. Mir sehr viel zu wenig, diese hinoperierte „Männerbrust mit Geschichte. Und mit Happy End“.

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