Artur Dziuk: „Trabanten“

Lektorin Ulrike Ostermeyer war sehr berührt von Artur Dziuks Erzählung, die ein „ganzes Universum aufmacht“.

Science Fiction: Wir reisen auf den Mond. Fahrstühle gleiten durch Schächte, wie in Cloud Atlas, darin der Erzähler, ein Angestellter, der an ferne Geschichten denkt, die seine Arbeitsstelle betreffen. Sein Kollege Pavel wurde versetzt, nun finden wir uns in seinem Büro wieder, das wie ausgewechselt ist.

Dog, so heißt der Erzähler, trifft nun auf seinen neuen Senior Manager Coyote, Update-Abteilung Windows 95 (Spontan-Philosophie-Exkurs: „Was passiert mit Programmen, wenn es keinen mehr gibt, der sie benutzt?“). Dziuk charakterisiert ihn mit näselnder Stimme herrlich unsympathisch-greenhornig. Dann begegnet uns noch Bird, zu der Dog eine lockere Beziehung unterhält, und die ihn überraschend über ihre Schwangerschaft in Kenntnis setzt, was nur bedingt auf Begeisterung stößt.

Bedrohungsszenarios sind bei Dziuk Mondbeben. Ausflüge unternimmt man nicht in die Natur, sondern in synthetische Gärten. Sehnsucht nach Europa, nach etwas Echtem durchweht den Erzähler. Gut, nach Filmen wie Moon oder Blade Runner kennen wir das. Laufbänder in unendlichen Reihen, bis zum Fluchtpunkt in die Hallen hinein: An der Fitness misst sich der Zustand Dogs, der, wie uns langsam dämmert, ganz das Gegenteil seines neuen, näselnden Senior Managers verkörpert und auch bald „versetzt“ werden dürfte.

Unwirtlich, diese Support-Trabenten-Welt, in der sich mit Fortschreiten der Erzählung auch der Zuhörer zunehmend widerwillig aufhält.

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