Lei lassn …

Es hat schnell die Runde gemacht, was die Kleine Zeitung wohl als erste wusste: dieses Mal ist’s das letzte Mal, der Bachmannpreis soll eingestellt werden. Die einen fordern das für ihn und seinesgleichen seit Jahren, die anderen ringen noch nach Luft.

Worum geht es? Um rund € 350.000, was den ORF der Bewerb jährlich kostet. Die Stadt Klagenfurt gibt noch einmal rund € 85.000 dazu – 25.000 Preisgeld, 60.000 für Veranstaltungen, Werbung und anderes rund um das Wettlesen. Übersichtliche Summe, mag mein meinen, und so liegt auch die Vermutung nahe, dass es darum vielleicht gar nicht geht. die Wirkung des Preises in der Literaturbranche oder gar darüber hinaus, kann nur überschätzt werden. Orakelt wurde schon seit Jahren, was diese und jene Andeutung in der Eröffnung-, Zwischen- oder Abschlussrede zu bedeuten hat. Doch gerade in diesem Jahr konnte man auf einer Pressekonferenz in Berlin eine Klagenfurter Literaturdeligation (bestehend aus Vertretern der Stadt, des ORF und dem Jury-Vorsitzenden Burkhard Spinnen) dabei beobachten, wie sie manchmal etwas ungelenk aber doch fest entschlossen war, sich selbst zu erhalten und die Zuhörer dies auch glauben zu machen. Gestern Abend dann die für alle Beteiligten wohl vollkommen überraschende die Entscheidung des ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: das war’s.

Peter Maffay, der nichts mit dem Bachmannpreis zu tun hat, aber auch gerne liest. @tesla42.de

Peter Maffay, der nichts mit dem Bachmannpreis zu tun hat, aber auch gerne liest.
@tesla42.de

Das wird’s nicht gewesen sein. Wollte man den Bewerb wirklich mal eben abschaffen, es wäre sicherlich besser gewesen, mit dieser Meldung bis nach dem Bewerb zu warten, wenn sich das Feuilleton ohnehin wieder einig ist, dass es dieses Jahr so schlecht war wie noch nie. So aber mobilisiert man alle, die um das Wettlesen und ihren jährlichen Ausflug an den See bangen. Sicher, Geld kommt auf diese Weise nicht zusammen. Aber wie gesagt, darum wird es am Ende auch gar nicht gehen.

2 Kommentare

  1. Cool, Peter Maffay!

  2. […] der Zwischenzeit wurde Berlin zur internationalen E-Book Stadt erkoren und Klagenfurt dachte sich: lei lassn. Das Feuilleton und andere mit Seepferdchen reagierten empört, man forderte den Einsatz von […]

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