Vorgestellt, aber selbst noch nicht gelesen #5, Lilienfeld Verlag

Noch kamen wir nicht dazu, all die Bücher zu lesen, die gerade um uns herum erscheinen. Trotzdem wollen wir Euch in den nächsten Tagen einige vorstellen, von denen wir denken, sie sind gut, interessant und es wert, dass wir sie alle lesen. Wir verlassen uns dabei ganz auf unseren Instinkt und die Verlagsprosa.

 

@tesla42.de, 2013

@tesla42.de, 2013

 

Heute: Lilienfeld Verlag

Ulrich Holbein und Ralf Simon (Hrsg.)
WELTALL IM KRÄHWINKEL
Ein Jean-Paul-Lesebuch

Am 21. März 2013 wäre Jean Paul, einer der bemerkenswertesten Weltweisen und phantastischen Köpfe, den die deutsche Literatur aufzuweisen hat, 250 Jahre alt geworden – Zeit, ihn zu feiern und wieder zu lesen. 

Jean Paul ist „einer von den Zwanzig, für die ich mich mit der ganzen Welt prügeln würde“ (Arno Schmidt), „fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist“ (Schiller) und „steht geduldig an der Pforte des zwanzigsten Jahrhunderts und wartet lächelnd, bis sein schleichend Volk ihm nachkomme“ (Ludwig Börne). Die Jean-Paulianer Ulrich Holbein und Ralf Simon haben sich zusammengetan und eine Geburtstagsauswahl aus dem Werk des Jubilars getroffen. Die humoristische Seite des empfindsamen Erzählers sollte dabei zum feierlichen Anlaß im Vordergrund stehen und das Lockmittel in die phantastische Welt Jean Pauls sein. Denn, wie Ralf Simon in seinem Nachwort schreibt, eine „Anthologie kann in diesem Fall nichts anderes sein, als eine Art von Überredungskunst: Man lese jetzt, um dann noch mehr zu lesen. Möglichst alles. Es gibt nicht viele Leseparadiese, die so viel versprechen und die alles einzulösen vermögen.“

Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes vonSven Kroner.

Lilienfeldiana Band 17
ca. 300 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
10,5 × 18 cm
(D) € 21,90, (A) € 22,40, sFr 38,60 (UVP)
ISBN 978-3-940357-31-1

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Felicia Zeller
EINSAM LEHNEN AM BEKANNTEN
Kurze Prosa
Broschierte Neuausgabe mit zusätzlichen Texten

Schnell vergriffen, jetzt wieder da: Die schrägen, schönen, klugen Texte von Felicia Zeller über die Schieflagen des Lebens, des Alltags, der Gegenwart, des Kunstschaffens und des Nichtstuns.

2008, als Felicia Zeller für ihr Erfolgsstück „Kaspar Häuser Meer“ den Publikumspreis der Mülheimer Theatertage bekam und sich damit landauf und landab einen festen Platz in den Spielplänen eroberte, erschien auch ihr Prosadebüt „Einsam lehnen am Bekannten“ in unserer Reihe Lilienfeldiana. In den Geschichten darin definiert sie unter anderem Kampftrinken neu, erwägt Kinderreichtum als alternative Lebensform, liest Schnitzler im Café, predigt in Kneipen, sucht die Ruhe, wird beinahe überfahren und bemüht sich, den Ansprüchen an eine große Dichterin gerecht zu werden. Ihr schwäbisch-berlinisch-phantastisch-analysierender Erzählstil ist dabei voller überraschender, witziger Wendungen, und sie erhielt dafür 2009 den Clemens-Brentano-Preis.
Mit der erweiterten und preiswerten Neuausgabe sind Felicia Zellers ungewöhnliche Texte endlich wieder lieferbar.

Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes von Arno Bojak

216 Seiten
Broschur
10,5 × 18 cm
(D) € 12,90, (A) € 13,30, sFr 22,80 (UVP)
ISBN 978-3-940357-29-8

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Franz Hessel
PARISER ROMANZE
Papiere eines Verschollenen

Ein letzter Frühling in Paris: Franz Hessel setzt der Boheme ein liebevoll wehmütiges Denkmal. 

Der Erzähler des Buches befindet sich bereits an der Front, als er beginnt, seine letzten Pariser Erlebnisse aufzunotieren. Melancholisch blickt er zurück auf das Frühjahr 1914, auf die Atmosphäre der Stadt, die Menschen und seltenen Charaktere in seiner Umgebung und ganz besonders auf die Begegnung mit dem deutschen Mädchen Lotte, das ohne Begleitung nach Paris gekommen war und mehr und mehr in das Leben der Boheme eingesogen wurde. Es war der letzte Frühling einer offenen internationalen Gemeinschaft im Frieden. „Pariser Romanze“ ist Franz Hessels Buch der Erinnerung an eine durch den Ersten Weltkrieg verlorengegangene Welt in dieser einzigartigen Stadt: Cafés, Nachtclubs, verruchte Bälle, Drogen sowie eine bunt gewürfelte Gesellschaft vom norwegischen Künstler übers englische Partygirl bis zum russischen Großfürsten. Und dies wie immer unnachahmlich einnehmend erzählt mit dem menschenfreundlichen Blick eines Meisters der deutschen Sprache.

Mit einem Nachwort von Manfred Flügge.

Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes vonSimone Lucas.

Lilienfeldiana Band 15
144 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
10,5 × 18 cm
(D) € 18,90, (A) € 19,40, sFr 33,80 (UVP)
ISBN 978-3-940357-28-1

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Franz Hessel
DER KRAMLADEN DES GLÜCKS
Roman

Wo unter all den Möglichkeiten ist das echte Glück zu finden? Diese Frage stellt Franz Hessels erster Roman von 1913 und führt über das Berlin der Kaiserzeit ins München der Schwabinger Boheme. 

Angelehnt an die eigene Biographie begleitet Franz Hessel seinen Protagonisten Gustav Behrendt von den ersten Eindrücken des Kleinkindes an, über die Erlebnisse des Jungen bis hinein in die Studentenzeit und das Bohemeleben in München. Immer scheint Gustav abseits zu stehen, im Zustand des Beobachtens zu verharren: zuerst in den Freundschaften als Junge, dann im Verhältnis zu den Frauen. „Hessel träumte die Wirklichkeit“, sagte Alfred Polgar. Und der Held Gustav ist ebenso ein Wirklichkeitsträumer wie sein Autor: In einem Reigen aus Begegnungen auf Festen, in Salons und anderswo wundert er sich durch das Leben und gerät von einer Hoffnung auf das Glück in die nächste. Die Dame, die Künstlerin, das schlichte Mädchen, die Prostituierte, jede Frau zeigt eine neue Zukunft und eine neue Enttäuschung…
Manfred Flügge begleitet auch diesen Roman Franz Hessels mit einem Nachwort.

Mit einem Nachwort von Manfred Flügge.

Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes vonRuth Habermehl.

Lilienfeldiana Band 14
320 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
10,5 × 18 cm
(D) € 21,90, (A) € 22,40, sFr 38,60 (UVP)
ISBN 978-3-940357-26-7

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Sling (Paul Schlesinger)
DER MENSCH, DER SCHIESST
Berichte aus dem Gerichtssaal

Kleine Sünden, schwere Verbrechen: Die ganze Gesellschaft der zwanziger Jahre trifft sich vor Gericht – humorvoll und einfühlend beschrieben vom Begründer der modernen Gerichtsreportage in Deutschland. 

Warum hat die Gräfin Bothmer all diese kleinen Diebstähle begangen? Ist der Archivdieb Dr. Hauck ein Dokumentenfetischist? Hat Sanitätsrat Boehme alle seine Ehefrauen umgebracht? Und durfte Frau Huhn Frau Knill eine Ohrfeige geben wegen der Behauptung, sie habe etwas mit ihrem Gatten Herrn Knill? Von der Verleumdungsklage unter Nachbarn, dem Erbschaftsstreit im Hochadel, über Glücksspielbetrug, Meineidsverfahren, aufgedeckte Korruption sowie geniale Fälschungen bis hin zum Verdacht auf Gattinnenmord, zu erschossenen Söhnen, tödlichen Eifersuchtsdramen und müden Richtern: Die Gerichtsreportagen von Sling führen mitten hinein in das Leben, wie es sich vor den Schranken der Gerichte sammelt, mitten hinein in die Welt der zwanziger Jahre. Das Kürzel „Sling“ stand dabei für eine neuartige Berichterstattung, die geprägt war von einem menschenfreundlichen Humor und ihren Urheber zu einem der berühmtesten Journalisten der Weimarer Republik und zum Vorbild für viele nach ihm machte. Hans Holzhaider, als Gerichtsreporter der Süddeutschen Zeitung ein „Nachfahre“ Slings, trägt das Nachwort bei.

Mit einem Nachwort von Hans Holzhaider.
ca. 400 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag, Fadenheftung, Leseband
12,5 × 20,5 cm
(D) € 24,90, (A) € 25,60, sFr 44,90 (UVP)
ISBN 978-3-940357-27-4

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Norah Lange
45 TAGE UND 30 MATROSEN
Roman

Als Frau allein auf einem Frachtschiff: Der Weg ins Land ihrer Vorfahren wird für eine junge Argentinierin zu einem ganz eigenen Abenteuer. Sie ist der einzige weibliche Passagier unter lauter norwegischen Seeleuten … 

Vom ersten Moment an weckt Ingrid das Interesse ihrer männlichen Begleiter. Die Blicke der Matrosen heften sich an ihre Beine, die Offiziere stellen ihr nach, und der Kapitän sitzt ganze Nächte lang vor ihrer Kabine, von tiefem Liebesschmerz getroffen. Dabei ist Ingrid verwundert, sogar verärgert darüber, plötzlich die Auserwählte zu sein. Sie möchte nur Freundschaft schließen, mitmachen, mitfeiern. Eine moderne Frau, die den herrschenden Vorstellungen von Weiblichkeit nicht entspricht und auf ihre Weise versucht, sich mit Humor und Einfallsreichtum gegen die Übergriffe zu wehren. Dieser selbstbewußte Roman über eine Frau und einen Haufen Männer erschien 1933 und entstand nach einer Schiffsreise, die Norah Lange selbst zu ihrer Familie nach Norwegen unternommen hatte.

Aus dem argentinischen Spanisch und mit einem Nachwort von Inka Marter.

Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes vonAndrea Lehmann.

Lilienfeldiana Band 13
ca. 180 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
10,5 × 18 cm
(D) € 19,90, (A) € 20,40, sFr 35,40 (UVP)
ISBN 978-3-940357-24-3

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Franz Hessel
HEIMLICHES BERLIN
Roman

Ein Tag im Leben Berlins, das Lebensgefühl der zwanziger Jahre: Franz Hessel entführt mit seinem bekannten kleinen Roman in die Welt der Salons, Bars und Pensionszimmer, zu verarmten Adeligen, Künstlern und Neureichen und zeichnet das beeindruckende Portrait einer Stadt in wilder Armut. 

1924 befindet sich die Gesellschaft Berlins im wirtschaftlichen und sozialen Durcheinander, kein Geld, kein Status, nichts mehr da, nur das Gefühl, etwas Großes und Schönes erreichen zu müssen. Der Freundeskreis des verarmten jungen Mannes Wendelin aus gutem Hause besteht aus Menschen, die sich deshalb einem ironisch gefärbten Bohemeleben hingeben. Eines Tages aber flüchtet nach einer Partynacht Karola, die Frau eines älteren guten Freundes, zu ihm und will mit ihm fliehen … Bevor es zur Entscheidung kommt, führt dieser Tag dann in einem wild-melancholischen Reigen durch das so graue wie schillernde Berlin jener Zeit. Das Nachwort zu dieser neuen Ausgabe von Hessels Roman stammt von dem Berliner Schriftsteller Manfred Flügge.

Mit einem Nachwort von Manfred Flügge.

Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes vonPeter K. Kirchhof.

Lilienfeldiana Band 12
160 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
10,5 × 18 cm
(D) € 18,90, (A) € 19,40, sFr 33,80 (UVP)
ISBN 978-3-940357-23-6

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